Inspirierende Industrie 4.0 Umsetzung auf höchstem Niveau – die Wertschöpfung im Blick
OWL MASCHINENBAU-Unternehmerreise 2018 zu SEW-EURODRIVE

Die Vernetzung der Mitglieder untereinander und der Erfahrungsaustausch, auch über die Region hinaus, sind die stärksten Erfolgsfaktoren der OWL MASCHINENBAU-Mitglieder. Vom 05- bis 06. Juni besuchten knapp 20 Fach- und Führungskräfte aus dem Verein unseren assoziierten Partner SEW-EURODRIVE in Bruchsal und zeigten sich beeindruckt von der stringenten Umsetzung und der Begeisterung für das Thema im süddeutschen Unternehmen.

SEW-EURODRIVE ist als 1931 gegründetes, immer noch familiengeführtes Unternehmen, strategisch an die Herausforderungen neuer Technologien und Produktionsmethoden herangegangen. Auf der Reise konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer davon überzeugen, dass „Industrie 4.0“ bereits in der Praxis funktioniert und bei SEW-EURODRIVE zu Wertschöpfungsvorteilen führt. SEW Geschäftsführer Johann Soder stellte seinen Weg und seine Konzepte in einem spannenden Eröffnungsvortrag vor. Er machte deutlich wie wichtig es sei, sein eigenes Geschäftsmodell und die Vision des Unternehmens „kreativ zu zerstören“ (Schumpeter) und den Fokus ganz auf die Wertschöpfung zu legen. Dies gelänge nur mit optimierten Prozessen und einer Unternehmenskultur, die das Mitdenken und Gestalten der Mitarbeiter fördere.

„Es ist äußerst erfrischend, miterleben zu dürfen, was Unternehmen der Klasse der SEW-EURODRIVE ausmacht: Der Wille zur VERBESSERUNG, die Vision, das Konzept, die Umsetzung sowie der sich einstellende Erfolg. Vereint in der Person des Herrn Johann Soder, in dessen Wesen sich sprühender Geist und absolute Authentizität wunderbar ergänzen“ zeigte sich Teilnehmer Marcel Böning, F&E-Projektleiter bei der Sollich KG aus Bad Salzuflen beeindruckt.

Durch konsequentes Durchsetzen von LEAN-Prinzipien in den vergangenen Jahrzehnten war es SEW möglich, die durch Industrie 4.0 ermöglichten Technologien gezielt und frühzeitig einzusetzen. Die bereits existierenden robusten und funktionierenden Produktionsprozesse konnten so weiter verbessert, ergänzt und modifiziert werden. Zum Vorteil von Unternehmen und Mitarbeitern.

Im SEW Fertigungs- und Montagewerk in Graben-Neudorf konnten diese Prinzipien besichtigt werden. Unter Berücksichtigung der Wertschöpfungsprinzipien „One-Piece-Flow“ und „Small-Factory-Unit“ werden hier Konzepte für unterschiedliche Aufgaben in Logistik, Montage und Fertigung unter realen Bedingungen erprobt und stetig weiterentwickelt. „Bei SEW konnte man deutlich sehen, dass LEAN nur dann seine volle Wirkung entfaltet, wenn zuvor eine Standardisierung des Produktprogramms stattgefunden hat. Standardisierung bedeutet dabei, dass nur Produkte hergestellt werden, die im Konfigurator abgebildet sind und Sonderlösungen nur dann gemacht werden, wenn er sich in den vorhandenen Produktionsfluss nahtlos integrieren lässt. Weiterhin werden die Vorteile von I4.0 nur dann erreichbar, wenn zuvor LEAN-Excellenz erreicht ist - d.h. störungsfreie Prozesse den Normalfall darstellen. Für mich war es auch eindrucksvoll zu sehen, dass menschliche (teure) Arbeit nur dort eingesetzt wird, wo wertschöpferisch gearbeitet wird. Nebenprozesse ohne direkte Wortschöpfung, werden, soweit möglich, von Robotern übernommen (Zuführ-Roboter, Transportaufgaben). Die Gliederung der Montage in Small-Factory-Units sowie die Einrichtung eines Produktionscontrollers mit einem Leistungs-Cockpit, der situativ und vor Ort die Produktionsleistung am BestPoint hält, löst bei uns eine ganze Reihe neuer Gedanken aus. Und beeindruckend war, wie konsequent dieses Denken im Unternehmen durchgesetzt wurde,“ fasst Björn Irtel, Executive Vice President der Aerzener Maschinenfabrik seine Eindrücke zusammen.

Das Feedback des Teilnehmerkreises zeigt, dass es immer lohnenswert ist, sich vor Ort vom Funktionieren innovativer Produktionskonzepte zu überzeugen und auf diese Weise viele neuer Erkenntnisse mit in das Unternehmen getragen werden können.

Neben dem inhaltlichen Teil hatte SEW noch zu einem regionaltypischen Rahmenprogramm eingeladen. So konnten die Teilnehmenden den süddeutschen Spargelanbau kennenlernen – inklusive der Möglichkeit selbst Spargel zu stechen. Auf unterhaltsame Weise erfuhr man so nicht nur etwas über die Landwirtschaft, sondern lernte auch die anderen Teilnehmenden besser kennen. Das abendliche gemeinsame Abendessen rundete den Tag ab.

OWL MASCHINENBAU bedankt sich im Namen der Mitglieder für die wunderbare Einladung und die tolle Organisation seitens SEW-EURODRIVE.

Die nächste große OWL MASCHINENBAU Unternehmerreise ist für 2020 geplant. Aber auch in der Zwischenzeit ermöglicht das Netzwerk vielfältigen Austausch untereinander und das Lernen voneinander. So zum Beispiel das Fachforum „Digitalisierung konkret“ am 28. Juni oder der OWL MASCHINENBAU-Fachkongress am 19. September. Alle Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen.

Gerne können Sie aber auch jederzeit mit Ihren eigenen Themen oder Fragestellungen auf uns zukommen.

Wir freuen uns auf Sie.

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